Header Logo
Das Magazin
Die Deutschlandfunk-Hörtipps der Woche
Von Kolja Unger, Redakteur „Querköpfe“ 
Liebe Leserinnen und Leser,

für den Sommerurlaub empfehle ich dieses Jahr Coolcation, also die ganzen überhitzten und potenziellen Waldbrandgebiete in Südeuropa zu meiden und stattdessen an kühle Orte zu reisen. Absoluter Trendsetter ist der Kabarettist Martin Zingsheim. Bei ihm geht´s diesen Sommer in das klimatisierte Deutschlandfunk-Studio. Kein Fluglärm, keine überfüllten Autobahnen, keine Kinder mit Sommerferienlangeweile. Einfach nur Ruhe und eine Auswahl an handverlesenen Kabarettnummern. Herrlich. „Zingsheim hat frei“: Mein Hörtipp für alle, die mit Kopfhörern zum Lachen in den Keller gehen, weil es da eben ein paar Grad kühler ist.

Außerdem in dieser Ausgabe:
  • Häusliche Gewalt: Ältere Frauen fallen durchs Hilfenetz
  • Wildtierkriminalität: Ameisenschmuggel im großen Stil
  • Iran-Krieg: Zur Lage in den Golfstaaten
  • Förderpreis Deutschlandfunk für Dirigentin Katharina Morin
Ihnen wurde dieser Newsletter weitergeleitet? Hier abonnieren:
Die Drei
Hörtipps der Woche
© David Jerusalem
Verflixte Sommerpause
Sommerzeit heißt auch Spielzeitpause für Kleinkunstbühnen. Die Kabarettistinnen und Kabarettisten können also gerade mal nicht performen, sondern müssen sich mit dem echten Leben beschäftigen und Humor-Recherche betreiben. Schrecklich. Denn Martin Zingsheims Live-Kabarett-Show im Deutschlandfunk heißt nicht nur „Zingsheim braucht Gesellschaft“, der Name ist auch Programm. In den „Querköpfen“ steht diesen Sommer nun fünf Wochen lang „Zingsheim hat frei.“
­
Worüber lachen Humorfachkräfte?
In unserer Sommerreihe in den „Querköpfen“ wühlt sich Martin Zingsheim durch Archive und sucht mit anderen Humorfachkräften wie Wilfried Schmickler, Nessi Tausendschön oder René Sydow nach den besten Kabarett-Nummern und schaurig-schönsten Chansons aller Zeiten. Fachmännisch und -frauisch werden besondere Filetstücke der Kleinkunst vorgestellt – ideale Ferienunterhaltung!
­
Tourismus – die größte Seuche unseres Planeten
Die dritte Staffel von „Zingsheim hat frei“ ist aber nicht nur schnöde Unterhaltung. Gekonnt setzt sich der Kabarettist mit den Wortschöpfungen seiner profilierten Kolleginnen und Kollegen wie Konrad Beikircher, Richard Rogler, Atze Schröder und Tina Teubner auseinander. Und mit den großen Themen des Sommers: Warum Tourismus die größte Seuche unseres Planeten ist und warum man eigentlich besser zu Hause bleiben sollte … und arbeiten, auch wenn man frei hat. 
Querköpfe – Kabarett & Comedy
54:43 Min.
© Imago/Photothek
„Er schüttelt mich und schubst mich“
Als 90-jährige nicht mehr den Pflichten im Haushalt nachkommen können. Da kann der Ehemann schon einmal mehr als ärgerlich, sogar verbal ausfallend und körperlich aggressiv werden. Partnerschaftsgewalt ist auch bei älteren Menschen ein Thema. Zwar gehen Forschende davon aus, dass ältere Frauen ab etwa 60 Jahren seltener betroffen sind. Fest steht aber, dass Seniorinnen viel stärker als jüngere Frauen mit ihren Gewalterfahrungen alleingelassen werden.
­
Frauenhäuser ohne Barrierefreiheit
Beraterin Denise Klein von der deutschlandweit einzigartigen Beratungsstelle Kölner Verein Paula e.V. ist mit Betroffenen eng im Kontakt. Frauen älterer Generationen haben das Verhalten ihrer Männer lange gar nicht als Gewalt eingeordnet, sagt sie. Sie haben es als gegeben toleriert. Um sie wie jüngere Frauen schützen zu können, müssten beim Ausbau von Frauenhäusern ältere Menschen mitgedacht werden. 
­
Isolierung, Geldentzug, Demütigungen
Fast alle EU-Mitgliedsländer haben die Istanbul-Konvention unterschrieben. Sie besagt, dass Frauen und Mädchen vor jeglicher Form von Gewalt zu schützen sind. Das reicht von physischer Gewalt wie Schlägen oder Tötungen, über verbale Herabsetzungen bis zu kontrollierendem Verhalten und ökonomischer Gewalt. Wie häufig insbesondere ältere Frauen Opfer von häuslicher Gewalt werden, lässt sich nur schwer in Zahlen wiedergeben. Sie bleiben in den Statistiken der Behörden und in der Forschung häufig unsichtbar. 
© picture alliance/Imagebroker/K. Wothe
Sind Ameisen das neue Elfenbein?
Wenn wir an Ameisen denken, dann sehen wir die kleinen flitzenden Tiere in unserer Küche oder auf dem Hügel im Wald. An einem der Orte sind sie nicht erwünscht, am anderen beobachtet man sie gerne. Ein Hobby der besonderen Art ist das Halten von exotischen Riesenarmeisen im eigenen Formikarium. Keine Wertanlage, aber über 200 Euro müssen im Onlinehandel für eine Königin der langlebigen afrikanischen Gattung Ernteameise bezahlt werden. 
­
Haustiere kriminell beschafft
Der illegale Handel betrifft eine riesige Vielfalt von Tieren und Pflanzen sowie deren Produkte. Auch kleinere Spezies bleiben nicht verschont. Letztes Jahr wurde eine Bande erwischt, die 5.000 Ameisenköniginnen in Kapseln aus Kenia illegal ausführen wollte. Die Straftäter kamen mit einer geringen Geldstrafe davon, der langfristige Schaden für die afrikanische Savanne bleibt hingegen groß.
­
Hitchcock-Fantasien
Ameisen sorgen unter anderem in Afrika für einen durchlässigen Boden und tragen durch das Weitertransportieren von Pflanzensamen zur Begrünung der Savanne bei. Dieses wichtige Ökosystem wird durch das Ausheben der Nester und das Zerstören der Brutstätten empfindlich gestört. Wie lässt sich der Handel außer durch Verbote noch regulieren? Und was machen wir mit all den Insekten, wenn sie ausbrechen?
Mein Geheimtipp
Die persönliche Empfehlung der Woche
Von Doris Simon, Redakteurin „Ressort Länder“
Ich mag Farbe, Empathie und Kontext in der Berichterstattung. Einer, der all das kann, ist unser Korrespondent Moritz Behrendt, der es in seinem Berichtsgebiet vom Sudan bis an den Persischen Golf schafft, den Menschen in diesen sehr unterschiedlichen Ländern ein Gesicht zu geben und ihre Lebensumstände so zu schildern, als wäre man dabei – vor dem gut erklärten Hintergrund der politischen Zusammenhänge. Geben Sie einfach „Behrendt“ in die Suche in der Deutschlandfunk App ein. Was auch immer Sie hören, Sie gehen anschließend informierter und klüger durch den Tag. Und Sie werden oft berührt sein, wie beispielsweise vom Beitrag „Zur Lage in den Golfstaaten“ im Podcast „Eine Welt“. 
Ausblick
Diese Sendungen lohnen sich in dieser Woche live zu hören
Logo der Deutschlandfunk Kultur-Sendung "In Concert" 
Funkhauskonzert – live aus Raum Dresden von Deutschlandfunk Kultur: Olivia Trummer (Piano und Gesang)
Mo., 10. August, 20:00 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
Logo der Deutschlandfunk-Sendung "Agenda" 
Zwischen Effizienz und Existenzangst – Wie KI die Arbeitswelt verändert
Sendung mit Hörerbeteiligung
­Mi., 12. August, 10:08 Uhr, Deutschlandfunk
Logo der Deutschlandfunk Kultur-Sendung "Konzert" 
Live vom Musikfest Bremen: „Eine große Nachtmusik“ – Werke von Claude Debussy, Fazıl Say, Claudio Monteverdi, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert
Sa., 15. August, 19:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
Das ganze Programm der kommenden Woche im Überblick
Jetzt herunterladen
Zur Online-Vorschau
Bild mit der Aufschrift "Programmvorschau 33"
Veranstaltungen
   
Open Air
Deutschlandfunk Kultur Sommerfestival 2026: Musik, Gespräche und Begegnungen vor dem Deutschlandradio-Funkhaus
Sa., 22. August, 14:30 Uhr, Berlin
Nähere Informationen
   
Konzerte
Musikfest Berlin: Die weltbesten Sinfonieorchester, Chöre und Ensembles zu Gast in Berlin
28. August – 23. September, Berlin
Nähere Informationen
   
Denkfabrik-Veranstaltung
Die Sendung „Literatur“ bei der Lübecker Museumsnacht
Sa., 29. August, 21:00 Uhr, Lübeck
Nähere Informationen
Aus dem Haus
Förderpreis Deutschlandfunk für die Dirigentin Katharina Morin 
Einfühlsame Interpretationen, differenzierte Gestaltung und eine natürliche Ausstrahlung – damit überzeugte die 1994 geborene Dirigentin Katharina Morin die Jury und erhielt den Förderpreis Deutschlandfunk beim Musikfest Bremen. 
Mit dem Förderpreis unterstützen der Deutschlandfunk und das Musikfest Bremen seit 1998 hochbegabte Nachwuchskünstlerinnen und -künstler. Der Sachpreis umfasst eine CD-Produktion sowie ein Engagement beim Musikfest Bremen 2027. 
Weitere Bildnachweise
­
Editorial: © Deutschlandradio/Patricia Thelken
Geheimtipp: © Deutschlandradio/David Ertl
Aus dem Haus: © Jakob Schad
Das Magazin – Die Deutschlandfunk
Hörtipps der Woche
© Deutschlandradio
Körperschaft des öffentlichen Rechts

Gesetzlicher Vertreter: Stefan Raue (Intendant)
Postanschrift: Raderberggürtel 40, 50968 Köln
Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer: DE 123052353
E-Mail: hoererservice@deutschlandradio.de
Telefon: 0221-345 18 31

Verantwortlich im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags:
Jona Teichmann (Programmdirektorin)