Das Magazin | Die Deutschlandfunk-Hörtipps der Woche |
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Von Christiane Knoll, Redakteurin Wissen und Dialog |
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Liebe Leserinnen und Leser, wer einmal einer Versuchsmaus in die Augen geschaut hat, versteht, warum die Suche nach Alternativen viele Forschende antreibt. In der Kosmetikindustrie gehören Tropftests an Kaninchenaugen der Vergangenheit an. Doch wie realistisch ist die Vision einer Medizin ganz ohne Tierversuche? In modernen Laboren wachsen heute schon winzige Organmodelle heran, gezüchtet in Brutschränken, gepflegt von Robotern und überwacht von Künstlicher Intelligenz. Sie sollen Krankheiten sichtbar machen, Medikamente testen und irgendwann Versuchstiere ersetzen. Unser Feature fragt: Wie nah sind wir diesem Ziel tatsächlich gekommen? Außerdem in dieser Ausgabe: - Gustaf Gründgens: Wie war er wirklich?
- En vogue: Urlaub zu Hause
- Teamwork: der Schlüssel zum Erfolg
- Mehr Kontext: „Moment mal“ auf TikTok
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Wann schaffen wir Tierversuche endlich ab?
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Versuchslabore ohne Mäuse, Ratten und Kaninchen sind längst nicht mehr nur ein Wunsch von Tierschützern. Auch die Politik bewegt sich. Die Europäische Union hat Anfang Juni eine Roadmap vorgelegt, die den schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen bei Sicherheitsprüfungen vorsieht, sofern belastbare Alternativen verfügbar sind. Doch welche Alternativen stehen tatsächlich bereit? Die Medizin setzt große Hoffnungen auf Organoide, winzige Organmodelle aus menschlichen Zellen, die weit mehr sind als simple Zellhaufen. Die Fabrik der Mini-Organe Organoide gehören zu den spannendsten Entwicklungen der modernen Biomedizin: kleine Modelle für Leber, Darm oder Gehirn, die einen bislang unerreichten Blick auf Krankheiten und die Wirkung neuer Medikamente ermöglichen. In einer Fabrik in China züchten und versorgen Roboter bereits Tausende Organoide gleichzeitig. Ist das die Zukunft? Die Hoffnung: Medikamente könnten künftig direkt an menschlichen Gewebemodellen getestet werden statt an Tieren. Organoide statt Mäuse? Trotz aller Fortschritte bleiben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorsichtig. Denn ein Organoid ist noch kein lebender Organismus. Das Feature begleitet Forschende an der Spitze dieser Entwicklung und zeigt, warum der Weg zu tierversuchsfreier Forschung deutlich komplizierter ist, als es die spektakulären Bilder aus den Laboren vermuten lassen.
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Wissenschaft im Brennpunkt | | |
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| Gustaf Gründgens 1960 als Mephisto © picture alliance/United Archives/Arthur Grimm |
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Ambivalentes Genie mit Mut zum Risiko
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Viele Eigenschaften wurden dem Schauspieler und Intendanten Gustaf Gründgens, geboren 1899 in Düsseldorf, zugesprochen. In Erinnerung geblieben ist er vielen in der Rolle des Mephisto in Goethes „Faust“. Er war eine der prominentesten und kontrovers diskutierten Theater- und Filmpersönlichkeiten der Weimarer Republik, Nazi-Deutschlands und der Bundesrepublik. „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ Wie klang die Stimme von Gustaf Gründgens? Wir hören ihn in der Rolle des Hamlet und im Interview von 1963 mit dem Publizisten Günter Gaus. Die brennenden Fragen, wie Gründgens an das Amt des Intendanten der Preußischen Staatstheater kam und wie sein Verhältnis zu Hermann Göring zu verstehen war, beantwortet in diesem 1968 veröffentlichten Feature Emmi Göring. Als Schauspielerkollegin von Gründgens und zweite Ehefrau Görings eine wichtige Zeitzeugin. Realitätsverkennung Gründgens selbst war kein Nazi. Er betrachtete und verteidigte sein Theater als Insel, Ordnungsraum und Sicherheitsbezirk. Er versuchte, künstlerisch unbeschadet das Regime zu überstehen, half auch politisch Verfolgten, aber unterlag doch – wie in diesem Feature gut herausgearbeitet – einer Realitätsverkennung. Macht wurde von ihm nicht infrage gestellt oder überprüft, sondern bestätigt, analysiert sein Biograf Peter Michalzik.
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Warum in die Ferne schweifen? |
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Lotta ist Anfang 20 und voller Tatendrang. Warum sollte sie zu Hause Urlaub machen, wenn die weite Welt lockt? Neben der Frage, ob das Geld reicht, gibt es noch andere Gründe, sich zu Hause zu erholen. Und die sind ganz altersunabhängig. Experiment Staycation Staycation heißt nichts anderes als „Urlaub zu Hause machen“. Klingt cool und ist es auch. Lotta möchte ihre geografische Umgebung näher erkunden, in der Küche Neues ausprobieren und insgesamt mehr nachhaltige Erinnerungen schaffen. Ein Schlüssel dazu sind Ruhe und Entschleunigung – ganz diametral zum schnelllebigen Weltgeschehen, der Medienflut und den nach wie vor starken Globetrotter-Ambitionen der Generation Z. Exotik vor der Haustür Lokale und regionale Reiseziele gewinnen an Attraktivität, nicht zuletzt seitdem auch Lebensmittel aus der Region gehypt werden. Ein Fazit der Sendung: Ausgefallenes lässt sich auch in Deutschland finden, man muss nur wieder den Blick dafür entwickeln. Wie sehen die Trends im Reisesektor aus? Eine Zukunfts- und Trendforscherin und ein Experte für nachhaltigen Tourismus geben Auskunft.
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Die persönliche Empfehlung der Woche
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Von Michael Böddeker, Redakteur Deutschlandfunk Nova |
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„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ „Der Ehrliche ist der Dumme.“ „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.“ Vermeintliche Wahrheiten, die auf den ersten Blick plausibel wirken. Es stimmt, Menschen können furchtbare Dinge tun. Aber ist denke, im Grunde sind wir Menschen gut! Deshalb habe ich diese „Hörsaal“-Folge sehr gerne gehört. Die überzeugende These: Wir Menschen neigen von Natur aus zu Kooperation und Teamwork. Warum das keine naive Wunschvorstellung ist, erklärt Verhaltensökonom Matthias Sutter in seinem Vortrag anhand vieler Beispiele. Und auch, warum es sich lohnt, anderen Menschen einen gewissen Vertrauensvorschuss zu gewähren – zumindest anfangs. |
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Diese Sendungen lohnen sich in dieser Woche live zu hören
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 | | Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse |
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 | | Freie Fahrt für freie Bürger? Eine Lange Nacht zum Straßenverkehr in Deutschland |
Sa., 8. August, 0:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur, sowie 23.05 Uhr, Deutschlandfunk
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 | | Summer Edition – Eine Stunde, ein Gast, ein Thema: Ohne USA und China: Wie gelingt die digitale Souveränität? Digitalexperte Markus Beckedahl im Gespräch mit Korbinian Frenzel |
Sa., 8. August, 12:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
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Das ganze Programm der kommenden Woche im Überblick |
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| | Open Air
| Deutschlandfunk Kultur Sommerfestival: Musik, Gespräche und Begegnungen vor dem Deutschlandradio-Funkhaus |
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| | Blick hinter die Kulissen | Publikumsprojekt Denkfabrik: Führung durch das Deutschlandradio-Funkhaus zum Jahresthema „Das Recht des Stärkeren“ |
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| | Podiumsdiskussion „Wortwechsel“ | Warum sterben die Deutschen früher? Lebenserwartung im westeuropäischen Vergleich |
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| Sechs Monate „Moment mal“ auf TikTok: Kontext statt Clickbait
| „Dieses Format ist so wichtig!“, „Danke für eure Arbeit“ und „Bitte weitermachen“ – der Deutschlandfunk-Kanal „Moment mal“ kommt auf TikTok gut an. Das zeigt sich nicht nur in positiven Kommentaren, sondern auch in den Zahlen: Nach einem knappen halben Jahr hat das Format fast 30.000 Followerinnen und Follower und mehr als 380.000 Likes gesammelt. Auf einer Plattform voller Desinformation und Zuspitzung setzt „Moment mal“ auf Fakten und unaufgeregte Einordnung. Die Herausforderung für die Hosts Susanne Jungblut, Jennifer Repp und Mia Holland (Foto, v.l.n.r.): komplexe Recherchen in nur 60 Sekunden erzählen, und zwar so, dass die Nutzenden nicht weiterswipen, sondern bis zum Ende dranbleiben. | |
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Weitere Bildnachweise Editorial: © Deutschlandradio/Bettina Fürst-Fastré Geheimtipp: © Gustav Kuhweide Aus dem Haus: © Deutschlandradio/Simon Detel
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