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Das Magazin
Die Deutschlandfunk-Hörtipps der Woche
Von Monika Dittrich, Ressortleiterin Wissen und Redakteurin von „Der Rest ist Geschichte“
Liebe Leserinnen und Leser,

neulich habe ich mich über den Bundeskanzler geärgert. Er sagte, er würde seinen Kindern derzeit nicht empfehlen, in die USA zu gehen. Ich hätte ihm gern geantwortet: Vielleicht war es nie wichtiger als heute, Kontakte nach Amerika zu knüpfen. Denn die USA sind mehr als Donald Trump. Mich fasziniert dieses Land nach wie vor – mit Freiheitsdrang und Größenwahn, Hollywood und Bürgerkrieg, Popkultur und Plastikgeschirr. In unserer Podcast-Serie zum 250. Geburtstag der USA geht es um die widersprüchliche Geschichte eines Landes, das die Welt bis heute prägt. Mehr dazu in unserem ersten Hörtipp.

Außerdem in dieser Ausgabe:
  • Gianni Infantino: die FIFA und der Strippenzieher im Hintergrund
  • George Sand: skandalumwitterte Freidenkerin im 19. Jahrhundert
  • Prof. van Dusen: ein Unsympath im Sherlock-Homes-Gewand
  • Sörensen: der preisgekrönte Krimi wird Hörspiel des Monats
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Die Drei
Hörtipps der Woche
© picture alliance/Ikon Images/Roy Scott
Aufstieg und Krise der amerikanischen Nation
Die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 gilt als Geburtsstunde der USA – einer demokratischen Nation, die zur Weltmacht und Hüterin des Westens wurde. Doch in der zweiten Ära von Donald Trump stellt sich die Frage: Hält die US-Demokratie diesen Präsidenten aus? Der Podcast „Der Rest ist Geschichte“ beleuchtet in einer vierteiligen Reihe aktuelle Phänomene der US-Politik und schaut auf die historischen Wurzeln des Landes.
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Die ewigen Wunden
Derzeit ist wieder häufig von der Spaltung der amerikanischen Gesellschaft die Rede. In der US-Geschichte ist das nicht neu: Die erste Folge der USA-Serie handelt von den ewigen Wunden des amerikanischen Bürgerkriegs und wie sie die Nation bis heute prägen. Dazu passt auch das Thema der zweiten Folge: „Von wegen Schmelztiegel: Das rassistische Erbe der USA“.
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Wirtschaftskraft und Kulturmacht
Im dritten Teil geht es um das historisch gewachsene Wahlsystem der USA, in dem jemand Präsident werden kann, obwohl er nicht die Stimmenmehrheit bekommen hat, also das sogenannte Popular Vote. Die vierte Folge thematisiert Amerikas Soft Power: Die Macht der USA beruht nicht nur auf Wirtschaftskraft und Waffenstärke, sondern auch auf kultureller Dominanz: Hollywood, Popmusik und Coca-Cola prägen das Bild vom „American Way of Life“. Was wird aus der amerikanischen Kulturmacht unter Donald Trump?
© Deutschlandradio/Getty Images/Pacharada17/Josue Perez
Die FIFA und der Strippenzieher im Hintergrund
Er ist der mächtigste Präsident, den die FIFA je hatte: Gianni Infantino. Seit zehn Jahren beherrscht er den Weltfußballverband. In dieser Zeit hat er die Grenze zwischen Sport und Politik verwischt wie kaum ein anderer Sportfunktionär vor ihm. Er trinkt Sekt mit Vladimir Putin, macht Deals mit dem saudischen Kronprinzen und vergibt einen eigens ausgedachten Friedenspreis an Donald Trump.
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Wie korrupt ist der Weltfußball?
Der Podcast „Behind The Games“ erzählt über die Kindheit des Sohnes italienischer Einwanderer im Schweizer Kanton Wallis und wie er so mächtig werden konnte. Host Matthias Friebe, Autor Maximilian Rieger und Investigativjournalist Thomas Kistner haben dafür monatelang recherchiert und mit FIFA-Insidern gesprochen. Außerdem veröffentlichen sie geheime Mitschnitte aus FIFA-Sitzungen, die zeigen, wie Infantino zu Beginn seiner Amtszeit die Macht übernommen hat.
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Die WM-Vergabe als Basar
Immer wieder führt die Recherche in die USA. Schon früh gibt es zwischen Donald Trump und Gianni Infantino Absprachen – Kontakte, die vielleicht erst dafür gesorgt haben, dass die USA der aktuelle Hauptgastgeber der Fußball-WM sind. Wer die Strukturen der FIFA und die Hintergründe der Vergabe dieses Mega-Turniers verstehen möchte, kann ab sofort alle fünf Folgen des neuen Podcasts in der Deutschlandfunk App hören.
George Sand © picture alliance/akg-images
Couragierte Kämpferin für Selbstbestimmung
Honoré de Balzac schreibt über einen Besuch bei George Sand, die er an einem Abend Zigarre rauchend im Schlafrock antraf: „… Sie trug hübsche, gelbe, mit Fransen verzierte Pantoffeln, kokette Strümpfe und rote Hosen. Wir haben mit einem Ernst, einer Aufrichtigkeit, Offenheit und Gewissenhaftigkeit über die gewaltigen Fragen der Ehe und der freien Liebe gestritten.“
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Skandale als Image?
George Sand wurde am 1. Juli 1804 als Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil in Paris geboren. Viele kennen sie als Geliebte unter anderem des Komponisten Frédéric Chopin und ihr in dieser Zeit entstandenes Buch „Ein Winter auf Mallorca“. Doch die Freidenkerin lässt sich nicht auf ihre Liebesbeziehungen reduzieren. Was war das Besondere an ihr, an ihrer Herkunft, an ihrem Wirken und Denken? Eine Sendung anlässlich ihres 150. Todestages.
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Ein Asteroid wurde nach ihr benannt
Flaubert, Liszt, Alfred de Musset und Marie Dorval: George Sand empfing in ihrem Wohnsitz in Paris und auf ihrem Landsitz in Nohant viele bekannte Künstler und Intellektuelle. Sie selbst verfasste 180 Bücher und war die bestbezahlte Schriftstellerin ihrer Zeit. Ihr soziales Engagement wurde durch den Geist der Revolution von 1848 inspiriert: Als Frühsozialistin kümmerte sie sich um die Sorgen und Nöte der Landbevölkerung.
Mein Geheimtipp
Die persönliche Empfehlung der Woche
Von Stefan Fries, freier Redakteur, Kultur aktuell und Hintergrund
Einmal im Monat kann man in der Deutschlandfunk App mit „Professor van Dusen“ in die Vergangenheit eintauchen, was ich regelmäßig tue. Dieser Krimiklassiker ist eine nostalgische Reise sowohl in die 1970er- bis 1990er-Jahre, in denen er entstanden ist, als auch an die Wende zum 20. Jahrhundert, in der die Folgen spielen. Manchmal abstrus, oft mit überraschenden Wendungen. Michael Kosers Sherlock-Holmes-Version ist zwar ein eitler besserwisserischer Unsympath, dessen Geschichten aber wegen vieler mystischer Elemente und stimmungsvoller Musik für mich immer ein besonderer Hörgenuss sind.
Ausblick
Diese Sendungen lohnen sich in dieser Woche live zu hören
Logo der Deutschlandfunk Kultur-Sendung "In Concert" 
Funkhauskonzert – Live aus Raum Dresden von Deutschlandfunk Kultur: Betterov und Band
Mo., 15. Juni, 20:00 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
Logo der Deutschlandfunk-Sendung "Agenda" 
Live aus der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt: Volksaufstand in der DDR – Was vom Aufbruch vom 17. Juni 1953 bleibt
Sendung mit Hörerbeteiligung
­Mi., 17. Juni, 10:08 Uhr, Deutschlandfunk
Logo der Deutschlandfunk-Sendung "Marktplatz" 
Smartphone clever nutzen: Apps, Tarife und Datenschutz im Griff haben
Sendung mit Hörerbeteiligung
Do., 18. Juni, 10:08 Uhr, Deutschlandfunk
Das ganze Programm der kommenden Woche im Überblick
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Veranstaltungen
   
Live-Sendung
Studio 9 – Live aus dem Humboldt Forum: Korbinian Frenzel im Gespräch mit Sarah Bosetti
   
Live-Sendung
Der Ingeborg-Bachmann-Preis – Das Beste aus 50 Jahren
Sa., 27. Juni, 20:00 Uhr, Klagenfurt am Wörthersee
Nähere Informationen
   
Konzert
Grundton D – Benefizkonzerte für den Denkmalschutz: Windsbacher Knabenchor
Fr., 3. Juli, 19:30 Uhr, Naumburg an der Saale
Nähere Informationen
Radiomenschen
Lernen Sie die Macherinnen und Macher der Deutschlandfunk-Programme näher kennen. Was treibt sie an, wer sind sie?
Stephan Detjen,
Deutschlandfunk-Korrespondent in Paris
Berlin war jahrelang Ihr journalistischer Heimathafen – jetzt Paris. Gibt es etwas, das Sie an Berlin besonders vermissen?
Meine Frau, die erst im Sommer nach Paris kommen kann.
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Wie sieht ein „typischer“ Korrespondententag in Paris aus – und was ist daran ganz anders als im Hauptstadtstudio?
Jeder Tag ist anders. Mal in Paris, mal unterwegs im Land. Ich folge nicht mehr dem kurzatmigen Takt der Berliner Politik- und Medienwelt, sondern suche mir selbst die spannenden Themen, entdecke Neues und Unbekanntes, spreche mit „wirklichen” Menschen auf Märkten, in Cafés und auf den Straßen.
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Frankreich ringt seit Längerem mit politischer Polarisierung und einem zersplitterten Parlament, was Reformen und Haushaltsentscheidungen erschwert. Wie erleben Sie das Klima innerhalb der französischen Gesellschaft?
Frankreich ist ganz anders mit der Welt verbunden als Deutschland: Das Land war schon immer ein Einwanderungsland, mehr als 2 Millionen Französinnen und Franzosen leben in den Überseedepartements im Indischen Ozean, in Südamerika und der Karibik. Menschen aus den früheren Kolonien prägen Stadtbilder, Medien und Politik. Viele Debatten über die Identität des Landes sind sehr polarisiert. Aber sie sind vielfältiger, weil diejenigen, die in Deutschland noch bestenfalls als Minderheiten wahrgenommen werden, sichtbarer und hörbarer sind.
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Was ist die beste kleine Entdeckung, die Sie in Paris bisher gemacht haben – eine Sache, die man nicht im Reiseführer findet?
Der antiquarische Büchermarkt am Wochenende im Parc Georges Brassens im wenig bekannten, aber schönen 15. Arrondissement.
Weitere Bildnachweise
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Editorial: © Deutschlandradio/Bettina Fürst-Fastré
Geheimtipp: © privat
Aus dem Haus: © privat
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Hörtipps der Woche
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