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Der wöchentliche Kultur-Newsletter
Adalbert Siniawski (Kulturredakteur)
Liebe Hörerinnen und Hörer,

häuft sich bei Ihnen dieser Tage auch der Gedanke: Hilfe, die Welt geht unter, ich kann nicht mehr? In solchen Momenten tröstet mich zuverlässig der Song „The Show Must Go On“ von Queen. „Hold the line“, schmettert mein Idol Freddie Mercury mit seiner glockenhellen, kraftvollen Stimme. Mutig weitermachen, standhaft bleiben! Den Text schrieb Gitarrist Brian May zusammen mit Mercury, als der im Zuge seiner HIV-Erkrankung schon sichtlich abgebaut hatte. Samstag wäre Freddie Mercury 80 geworden.

© picture alliance / dpa / DB
„Hold the line“, das würde ich gerne den Menschen in
Sachsen-Anhalt zurufen, die sich für kulturelle Offenheit und Freiheit einsetzen. Mit Blick auf das Erstarken der AfD stehen sie vor der Landtagswahl am Sonntag mächtig unter Druck.
„Die Kulturszene ist enorm verunsichert“, berichtet meine Kollegin Juliane Reil, die sich in dem Bundesland umgehört hat. Davon kann auch der Magdeburger Club "Insel der Jugend" ein Lied singen, der Aktionen für kulturelle Vielfalt und gegen Faschismus organisiert. Und auch unser Landeskorrespondent Niklas Ottersbach zeigt am Beispiel der Künstlerstadt Kalbe, wie sich kleinere Kunstorte gegen drohende Einschnitte wehren: Sie verbünden sich mit anderen Initiativen und suchen zugleich das Gespräch mit AfD-Sympathisanten.

© images/Schöning
„The show must stop“ heißt es bei einem anderen Kulturort: dem umstrittenen Russischen Haus. Unter dem Deckmantel der Kultur konnte hier über Jahre mitten in Berlin Kreml-Propaganda verbreitet werden; nach dem Drohnen-Vorfall in Leipzig wird es nun auf Beschluss der Bundesregierung schließen müssen. Anders als AfD und BSW trauere ich diesem Haus kein Stück nach. Und auch die Historikerin Irina Scherbakowa hofft, „dass das der erste Schritt ist“, sie wirft unserer Regierung Verharmlosung und Zögerlichkeit vor. Sorge hingegen bereiten mir die Schließungen der Goethe-Institute in Russland. Der Verlierer des neuen Kalten Krieges ist in diesem Fall der kulturelle Austausch.
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Unbekümmert davon geht die Show beim Filmfestival in Venedig los, auch wenn es vorab viel Verwirrung um die Eröffnungspressekonferenz gab. An den ersten Auftritt am Lido erinnert sich Regisseur Wim Wenders in unserem Programm und gibt Einblick in die Weltpremiere seines neuen Films „From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor“. Einen Sieger gab es jetzt schon: US-Schauspieler George Clooney bekam den Goldenen Ehrenlöwen. „Mit Entschlossenheit, Respekt und Liebe können wir als Gesellschaft aus den Krisen der Gegenwart herauskommen“, sagte Clooney. Ich glaube, Freddie Mercury würde ihm beipflichten, wenn er noch am Leben wäre.

© picture alliance / Sipa / Maria Laura Antonelli / AGF
Eine seiner geliebten, ausschweifenden Partys kann Mercury leider nicht mehr schmeißen. Aber zum Jubiläum gewährt uns Mary Austin, seine frühere Verlobte, Assistentin und Erbin, erstmals Einsicht in dessen persönliche Notizbücher und Privatfotos aus dem Nachlass. Ein Geschenk hatte er uns aber selbst schon gemacht: in energische Songs gepackten Lebensmut.


On with the show und herzliche Grüße!

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