Das Magazin | Die Deutschlandfunk-Hörtipps der Woche |
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Von Thorsten Jantschek, Redakteur „Essay und Diskurs“ |
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Liebe Leserinnen und Leser, ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Gefälschte Modeartikel wie die Kappe von Gucci, Louis Vuitton-Gürtel und Schuhe von Prada sind überall auf Schulhöfen und in Fußgängerzonen zu sehen. Die gefakten Mitbringsel aus dem Urlaub landeten früher oft im Schrank, heute werden sie im Internet bestellt und offensiv getragen. Von Scham oder Bewusstsein für illegale Geschäfte keine Spur. Warum sind die Fälschungen der Luxusmarken so begehrt? Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Unsere Autorin Laura Ewert nimmt Sie mit hinter die Kulissen der Modeindustrie und deckt so manches Wunschdenken in Bezug auf Zugehörigkeit auf. Außerdem in dieser Ausgabe: - Geografie – Die Macht der Meerengen
- Deutscher Wein – Folgt auf den Rausch der Krisen-Kater?
- Kulturrevolution – Geschichte der Krautrock-Legende Can
- Relgionssendungen – Gottesdienste und journalistische Formate
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| Gefakte Designerkappen © picture alliance/Visually/Andy Soloman |
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Das Spiel der Statussymbole
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Die Zeit, in der gefälschte Designer-Ware mit einer gewissen Scham in der Öffentlichkeit getragen wurde, ist vorbei. Heute sind die gefakten Modeartikel zu sogenannten It-Pieces geworden – die Objekte dienen der Identitätsstiftung. „Das Fake-Gucci-Cap ist eine pragmatische Lösung, die beides bietet. Anerkennung im System zu generieren und das System gleichzeitig zu ficken“, schreibt Modejournalistin und Professorin Diana Weis. Karl Lagerfeld und H&M Um zu verstehen, wie die Begehrlichkeit nach designter Mode beim Durchschnittsbürger überhaupt entstanden ist, schaut die Autorin mit uns auf das Jahr 2004. Der deutsche Designer Karl Lagerfeld hatte Hemden und Paillettenjacken für den Fast-Fashion-Riesen H&M entworfen. Innerhalb einer Stunde wurden davon auf der Fifth Avenue in New York um die 1500 Teile verkauft. Damit war Designermode für die Massen aus der Taufe gehoben und die Begehrlichkeiten wuchsen. Die Baseball-Kappe auf dem Laufsteg Große Designer-Labels beklagen seit Jahren finanzielle Einbußen im In- und Ausland. Die Gründe dafür liegen auch im Parallelmarkt der billigen Reproduktionen. Interessant ist, wie Gucci dem entgegenwirken will. Kreativdirektor Demna zeigte auf der GucciCore Fashion Show im Frühjahr 2026 in New York den „Street Style Look“. Gleich mehrere Stücke auf dem Laufsteg sahen aus, als würden sie auch von den Jungs auf den Schulhöfen getragen werden können. Also jenen, die die gefälschten Kappen tragen. Hat der neue Kreativdirektor den Fake-Look für die Luxuswelt zurückerobert?
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| Die Straße von Malakka unter der Lupe © Imago/CFoto |
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„Wer Meerengen in der Vergangenheit und Gegenwart kontrolliert, der hat die Hand an der Weltwirtschaft, aber im Zweifelsfalle auch an der eigenen Gurgel.“ Jürgen Nagel, Professor für die Geschichte Europas in der Welt, und sein Kollege Pascal Warnking, Professor für Maritime Antike, sind sich einig: Der Blick in die Geschichte sollte uns klüger machen. Konflikte ums Nadelöhr Die Straße von Hormus, von Malakka und die Dardanellen waren schon immer hart umkämpfte Dreh- und Angelpunkte. Anschaulich und gekonnt schiffen die beiden Historiker und die Moderatorin Anh Tran durch die Meerengen und schauen auf Handelsrouten, Herrschaftsansprüche und Interessenlagen im Laufe der Jahrhunderte. Wem gehört das Meer? Es gilt die Freiheit der Meere. Dieser Grundgedanke lässt sich auf Hugo Grotius und seine Schrift von 1606 zurückführen. Es gibt aber auch Zonen, die Staaten nach heutigem Völkerrecht in Anspruch nehmen können. Wie weit diese gehen, ist immer wieder Streitpunkt. China beugt möglichen Folgen durch Konflikte in der Straße von Malakka vor und baut weiter an seiner Landverbindung, der Neuen Seidenstraße.
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| © picture alliance/Imagebroker/Ulrich Rosenschild |
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„… denn das Fass vom Vater Rhein wird niemals leer!“ |
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Der deutsche Schunkelwalzer und Karnevalsschlager aus den 40er-Jahren verspricht viel. Doch spätestens nach der Corona-Krise ist Schluss mit der Wein-Euphorie in Deutschland. Die Umsatzzahlen sind zwar nicht so eingebrochen, wie in anderen europäischen Ländern, aber die Winzerinnen und Winzer sind in Alarmbereitschaft. Weinberge stilllegen und abwarten? Einige Winzerbetriebe reagieren auf die Folgen der Klimakrise, auf Personal- und Energiekosten und geringere Nachfrage mit Abwarten. Freya Lichti und ihr Partner arbeiten gegen den Trend. Sie gründeten 2022 in der Pfalz ihr eigenes Weingut und halten mit medienwirksamer Sichtbarkeit gegen die Abwärtsspirale: „Man kann nicht warten, bis jemand an die Tür klopft oder auf den Hof kommt oder man entdeckt wird.“ Das Etikett macht die Zweiklassengesellschaft sichtbar Der Rote und Weiße im Tetra Pak: Etwa die Hälfte der Weinkonsumenten in Deutschland trinkt günstigeren Wein. Trotzdem ist die Situation der Fasswein-Winzer in Deutschland prekär. Was kann die „Zukunftsinitiative Deutscher Weinbau“ gegen das Preisdumping der Lebensmittelbranche tun? Und was die Politik?
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Die persönliche Empfehlung der Woche
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Von Manfred Hilling, Redakteur Multimedia-Online |
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Geballte Informationen, keine Schnörkel, schnell und aktuell – eigentlich bin ich eher der Typ Info-Junkie. Podcasts wie „Der Tag“ oder „Hintergrund“ landen täglich in meinem Podcatcher. Es sei denn, ich stoße in der App mal wieder auf eine echte Radioperle. Und anders kann man dieses Feature nicht bezeichnen. Ralf bei der Kellen hat für die Sendung „Aus den Archiven“ den Vierteiler „Can – Geschichte einer Krautrock-Legende“ ausgegraben. Ganz, ganz großer Musikjournalismus aus dem Jahr 1986! |
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Diese Sendungen lohnen sich in dieser Woche live zu hören
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 | | Funkhauskonzert – live aus Raum Dresden von Deutschlandfunk Kultur: Anna Margolina & Band |
Mo., 14. September, 20:00 Uhr, Deutschlandfunk Kultur |
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 | | Ausbau der Windkraft – Mehr Teilhabe, weniger Widerstand? Live aus Röbel/Müritz in Mecklenburg-Vorpommern |
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 | | Das Wahlstudio: Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin und Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern |
So., 20. September, 17:55 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
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Das ganze Programm der kommenden Woche im Überblick |
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| | Einladung
| 17. Berliner Hörspielfestival der freien Szene |
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| | Gespräch | Studio LCB mit Lutz Seiler, Sandra Kegel und Peter Richter |
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| | Podiumsdiskussion | Lesart: Generation Wehrpflicht – Wie kriegstüchtig muss Deutschland sein? |
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Sie fragen, wir antworten |
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| Häufig gestellte Fragen unserer Hörerinnen und Hörer | Was hat es mit den Religionssendungen auf sich? Warum höre ich am Sonntagmorgen einen Gottesdienst im Radio? Deutschlandradio ist durch seinen Staatsvertrag gehalten, den beiden großen christlichen Kirchen sowie der jüdischen Glaubensgemeinschaft auf Wunsch angemessene Sendezeiten zur Verfügung zu stellen. Dem kommt der Deutschlandfunk in der Gottesdienstübertragung am Sonntagmorgen, den Verkündigungssendungen „Morgenandacht“ und „Am Sonntagmorgen“ sowie der Sendung „Schalom. Jüdisches Leben heute“ nach. Deutschlandfunk Kultur erfüllt diese Verpflichtung durch die Verkündigungssendung „Wort zum Tage“. Zu hohen jüdischen Feiertagen ist hier ein Rabbiner zu hören. Die Glaubensgemeinschaften produzieren ihre Beiträge in eigener Verantwortung. Daneben hat Deutschlandradio eigene, nach journalistischen Kriterien produzierte Formate: „Tag für Tag“ und „Aus Religion und Gesellschaft“ im Deutschlandfunk, sowie „Religionen“ und „Aus der jüdischen Welt“ bei Deutschlandfunk Kultur. |
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Weitere Bildnachweise Editorial: © Deutschlandradio/Bettina Straub Geheimtipp: © privat Ausblick/drittes Motiv: © Imago-Addicitve-Stock Sie fragen, wir antworten: © Cienpies Design & Communication/Getty Images
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