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Das Magazin
Die Deutschlandfunk-Hörtipps der Woche
Von Anna Seibt, Redaktion Hörspiel Feature Radiokunst
Liebe Leserinnen und Leser,

wann waren Sie zuletzt bei einem Gerichtsprozess? Wir nehmen Sie mit zu einem der größten Staatsschutz-Verfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Mehr als 20 Personen um Heinrich XIII. Prinz Reuß wird vorgeworfen, dass sie den Staat stürzen und die Demokratie abschaffen wollten. Marie Schwesinger beobachtet seit über zwei Jahren den Prozess in Frankfurt am Main und erzählt die Geschichte einer Gruppe aus ehemaligen Militärs, Esoterikern, einer früheren Richterin und einem Ex-Polizisten, die die Verachtung des deutschen Staates zusammenführte und zu unglaublichen Plänen verleitete.


Außerdem in dieser Ausgabe:
  • Fünf Jahre Taliban – Was an Widerstand noch möglich ist
  • Geld – Frauen müssen in Beziehungen besser vorsorgen
  • „Lange Nacht“: Schreiben im Exil
  • 15 Jahre DAB+ in Deutschland
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Die Drei
Hörtipps der Woche
Heinrich XIII. Prinz Reuß – Festnahme bei einer Großrazzia im Dezember 2022 © picture alliacne/dpa/Boris Roessler
Der Reichsbürger-Prozess 
Dieser Prozess ist monumental. An insgesamt drei Standorten wird gegen 25 Personen verhandelt. Aber lohnt sich der Aufwand auch? Wie gut kann sich der Staat gegen Menschen wehren, die mutmaßlich auf einen Umsturz hingearbeitet haben, aber noch keine oder nur wenige konkrete Taten begangen haben?

Die Beobachterin

Von Anfang an sitzt Marie Schwesinger im Gerichtsprozess, beobachtet die Eigenheiten der Angeklagten und ihrer Unterstützer. Sie protokolliert Wort für Wort die Aussagen der Prozessbeteiligten und hat sich durch die 700-seitige Anklageschrift gearbeitet. Schwesinger erschafft ein umfassendes Bild der Motive und Aussagestrategien der mutmaßlichen Verschwörer.

Die Angeklagten

Wer sind diese Leute überhaupt? Waschechte Neonazis oder doch eher eine lose Gruppierung verschwörungsgläubiger Spinner? Im Prozess geht es um angeblich staatlich organisierte Pädophilie, Kinder, die in geheimen Tunnelsystemen festgehalten werden sollen, und um Astrologie. Es geht um gekränkte Eitelkeiten und historische Besitzansprüche. Aber auch um antisemitische Ideen und um Reichsbürger, die die Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen. Unsere Autorin stellt sich die Frage: Ist die Gefahr nun gebannt oder war das nur die Spitze des Eisbergs?
© picture alliance/SIPA/Semenova Maria
Sehnsuchtsziel Anerkennung
Das neue Afghanistan als Garant für Ordnung, Stabilität und Unabhängigkeit, so präsentieren die Taliban und ihre Anhänger das Emirat als erfolgreiches Gegenmodell zu den Jahren vor 2021. Bei den meisten Afghaninnen und Afghanen hingegen wächst die Sorge vor einer Zukunft ohne jegliche Freiräume. Sind unter diesen Bedingungen überhaupt diplomatische Beziehungen mit den Taliban möglich?

Wenn die Bevölkerung klassifiziert wird

Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban an die Macht scheint ihre Herrschaft in Afghanistan gefestigter denn je. Tugendwächter überwachen das öffentliche Leben, während die Führung des Emirats ein neues Rechtssystem etabliert hat. Dessen Regeln greifen tief in den Alltag ein und bestimmen, wer mit Nachsicht rechnen darf und wer harte Strafen fürchten muss. Wie genau unterscheidet sich das Emirat von dem früheren Staat?

„Wir werden ihnen Widerstand entgegensetzen“

Trotz der weitreichenden Überwachung gibt es Widerstand gegen das Regime der Taliban. So wie im Juni in der westafghanischen Stadt Herat. Nachdem die Sittenpolizei mehrere Frauen wegen angeblicher Verstöße gegen die Kleiderordnung festgenommen hat, gibt es öffentlichen Protest. Wieso der Unmut gerade jetzt ausbricht, hören Sie in diesem Beitrag.
© picture alliance/dpa/Themendienst/Monique Wüstenhagen
Sind Frauen zu naiv?
Frauen haben im Alter über ein Drittel weniger Einkommen zur Verfügung als Männer. Der Grund: Sie übernehmen immer noch einen Großteil der Care-Arbeit, lassen sich dafür aber oft nicht ausreichend entschädigen. Sind sie zu gutgläubig, wenn sie auch ohne Trauschein auf eine 50/50-Regelung mit dem Partner vertrauen?

„Nimm dir endlich, was dir zusteht“

Saskia Schlemmer, Anwältin für Familienrecht, schreibt in ihrem Buch über die – wie sie es nennt – toxische Bescheidenheit von Frauen. In dieser Podcastfolge spricht sie darüber, wie Frauen besser für sich einstehen können und sollten. Wie sie in Beziehungen finanziell vorsorgen müssten, sich aber oft nicht trauen. Dabei geht es auch um die Kinderfrage, um Ehe und Eheverträge.

Über Geld spricht man nicht, oder doch?

„Jeder muss selbst entscheiden, ob das gewählte Lebensmodell passt oder nicht“, sagt die Scheidungsanwältin. Sie weiß aus Erfahrung, wie wichtig es ist, schon zu Beginn der Partnerschaft über Geld zu sprechen. Was versteht sie unter Familieneinkommen? Wo fängt finanzielle Gewalt an? 

Mein Geheimtipp
Die persönliche Empfehlung der Woche
Von Martina Gnad, Abteilung Zentrale Nachrichten
Wenn ich bisher an „Schreiben im Exil“ gedacht habe, hatte ich Menschen wie Thomas Mann, Anna Seghers und Nelly Sachs vor dem inneren Auge – also Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die vor der Naziherrschaft ins Ausland geflohen sind. Doch inzwischen bietet Deutschland selbst verfolgten Autorinnen und Autoren Schutz. Auch deren Geschichten erzählt die „Lange Nacht über Schreiben im Exil“. Es geht darin um Menschen etwa aus Russland, der Türkei oder dem Sudan. Was sie mit den Exil-Schriftstellern von früher verbindet: der Verlust der Heimat, der Sprache und des Publikums sowie die Sorge um die Zurückgebliebenen. Eine „Lange Nacht“, die mich mit unerwarteten Perspektiven überrascht und zum Nachdenken angeregt hat.
Ausblick
Diese Sendungen lohnen sich in dieser Woche live zu hören
Logo der Deutschlandfunk Kultur-Sendung "Wortwechsel" 
Warum sterben die Deutschen früher? –
Lebenserwartung im westeuropäischen Vergleich
­Fr., 4. September, 18:05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
Logo des Deutschlandfunks 
Das Wahlstudio: Sachsen-Anhalt hat gewählt
So., 6. September, 17:55 Uhr, Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur
Logo des Deutschlandfunk-Podcasts "Der Politikpodcast" 
Live aus dem Hauptstadtstudio in Berlin: Sachsen-Anhalt hat gewählt – Wir analysieren die Lage mit unseren Korrespondentinnen und Korrespondenten und beantworten Fragen des Publikums.
So., 6. September, 20:05 Uhr, Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk Nova, außerdem in der Deutschlandfunk App
Das ganze Programm der kommenden Woche im Überblick
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Veranstaltungen
   
Denkfabrik
lyrix – Bundeswettbewerb für junge Lyrik: Lyrikwerkstatt „Das Recht der Wörter“
So., 6. September, 13:00 Uhr, Köln
Nähere Informationen
   
Podiumsdiskussion
ZEIT Forum Wissenschaft: Zu viel Ich, zu wenig Wir? Wie Gesellschaft auseinanderdriftet
Mo., 7. September, 18:00 Uhr, Berlin
Nähere Informationen
   
Live-Podcast „Der Rest ist Geschichte“
Geschichte des Handwerks – Von Zünften und Meistern
Sa., 12. September, 19:30 Uhr, Bamberg
Nähere Informationen
Aus dem Haus
15 Jahre DAB+ in Deutschland
Digitalradio als Treiber von Vielfalt und Klangqualität
Mit dem Start der ersten nationalen DAB+ Programmplattform am 1. August 2011 begann in Deutschland eine neue Ära des Hörfunks. 15 Jahre später: DAB+ hat sich vom Nachfolger des analogen UKW-Radios zum wichtigsten Treiber der Hörfunk-Digitalisierung entwickelt. Das digitale Rundfunknetz verbindet die Stärken des klassischen Radios, also die kostenlose Nutzung, die einfache Bedienung, eine hohe Reichweite und Krisenfestigkeit, mit einem klaren, digitalen Klang.

Als nationaler Programmanbieter hat Deutschlandradio den Neustart des digitalen Radios von Beginn an maßgeblich unterstützt. Heute sind die Deutschlandfunk-Programme über DAB+ nahezu überall in Deutschland empfangbar.
Weitere Bildnachweise
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Editorial: © Deutschlandradio/Bettina Fürst-Fastré
Geheimtipp: © Deutschlandradio/Bettina Fürst-Fastré
Aus dem Haus: © Digitalradio Deutschland e.V.
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