Weekender
| Der wöchentliche Kultur-Newsletter |
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Lars Hendrik Beger (Kulturredakteur) |
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Liebe Hörerinnen und Hörer,falls Sie es ob der spätsommerlichen Temperaturen noch nicht mitbekommen haben: Der Herbst ist da. Und während die einen Mäuse Körner und die anderen Nüsse sammeln, haben sich meine Kolleginnen und Kollegen in bester Frederik-Maus-Manier auf den Weg nach Frankfurt gemacht, um dort Worte für den Winter zu sichten. Es ist Buchmessezeit. |
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Dort werden Bücher, aber auch das Buch an sich gefeiert. Wobei: Partystimmung sieht anders aus. Denn die Krise des Buchs hat viele Kapitel. KI-Slop überspült den Büchermarkt und ersetzt neue, mutige und herausfordernde Literatur mit recyceltem Mittelmaß. Leserinnen und Leser schwinden, kaufen weniger Bücher. Und dann wäre da auch noch die Politik, insbesondere der Kulturstaatsminister, dessen Umgang mit den Buchhändlern und Verlagen in diesem Jahr für, sagen wir mal, für so aufgewellte Seiten gesorgt hat, dass die Bindung nur noch mühevoll hält. Die Buchmesse will dagegenhalten. Und wagt dafür etwas Unerwartetes – eine Eventisierung. „Die Buchmesse wird wie eine Art Festival gedacht“, berichtet meine Kollegin Miriam Zeh. Buchmesse-Tattoos, Signierstunden und Promifaktor inklusive. |
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| © picture alliance / SZ Photo / Florian Peljak
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Dabei stehen doch eigentlich die Bücher im Mittelpunkt. Elke Heidenreich wirft in ihrem Neusten einen Blick auf Autoren und Autorinnen, die sie begleitet oder, wie im Falle von Gottfried Benn, ihr das Leben gerettet haben. Das Gastland Tschechien öffnet dem Frankfurter Publikum das Tor zu einem literarischen Gelände, das sich spielerisch als „Land an der Küste“ inszeniert.Und Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck ist in Frankfurt, diesmal nicht als Kinderbuchautor, sondern in Humboldt’scher Tradition. In seinem neuen Buch widmet er sich der schmelzenden Arktis. Alle unsere Gespräche auf der Buchmesse können Sie natürlich jederzeit live im Radio oder beispielsweise hier nachhören. |
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Der Name der Stunde ist in Frankfurt aber ein anderer – als aufmerksame Leser haben Sie jetzt ein Déjà Vu. Denn der Deutsche Buchpreis, der in jedem Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, geht in diesem Jahr an Shida Bazyar für ihren Roman „Die Lücke“. Damit füllt sich ihre Vitrine, vor zwei Wochen schrieb ich an dieser Stelle über ihren Triumph beim Wilhelm-Raabe-Preis. Die Jurys begeistert Bazyar mit einer überzeugenden literarischen Strategie, wie es in der Begründung heißt. In ihrem Roman widmet sich Bazyar der Aufarbeitung der NS-Geschichte in ihrem Heimatort über Jahrzehnte des Erlebens und Erinnerns hinweg. Zwar gebe es in Deutschland eine präsente Erinnerungskultur, die aber, so Shida Bazyar bei uns im Interview, immer so tue „als wären die Taten woanders passiert“. |
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| © imago / TT / Pontus Lundahl
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Ob zur Reflexion, zur Weltvermessung oder ästhetischen Erfahrung – Bücher erweiteren und entgrenzen enge Räume in kalten Tagen. Das könnte auch Lyrik der Kanadierin Anne Carson tun: An sie geht der Literaturnobelpreis 2026 und als man sie darüber informierte, war sie erstens überrascht und zweitens gar nicht zu Hause, sondern in Island, um dem „Wind zuzuhören“. Auch eine Herbsttätigkeit. Ich mache es in diesem Herbst wie die Dichtermaus Frederik und sammle Wörter. „Es gibt viele lange Wintertage und dann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen.“ Mausige Grüße! |
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| © picture alliance Chris Emil Janßen
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Das macht das Nichtlesen mit dem Gehirn |
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Mit nur noch 27 Minuten pro Tag verbringen die Menschen in Deutschland weniger Zeit mit Lesen als je zuvor. Künstliche Intelligenz trägt entscheidend dazu bei. Was kognitives Outsourcing mit unserem Gehirn macht, erklärt Psychologe Christian Stöcker. |
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Schon lange kein Frühling
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Ihr Vater ist 2013 mit 83 Jahren gestorben. Da war Maria 24, Alexandra 21 Jahre alt. Sein Testament endete mit den Worten, dass seine Töchter in seinem Willen weiterleben sollen. Was heißt das? Wie sollen sie leben? Hütete der Vater ein Geheimnis? |
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| © Szenenfoto aus der Produktion am DNT Weimar / © Candy Welz / Bearbeitung: Deutschlandradio
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Wir sind das Volk: Weimarer Lebensgeschichten |
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Was bedeutet „Wir sind das Volk“ heute? Basierend auf 50 nachdenklichen und emotionalen Interviews mit Menschen aus Weimar und Thüringen erkundet das Hörspiel Fragen nach Zugehörigkeit, Identität, Zusammenhalt und Spaltung. |
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| © picture alliance / Tagesspiegel / Mike Wolff
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Broadway-Hit „Stereophonic“ inszeniert von Thomas Ostermeier in Berlin |
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Was passiert, wenn eine Band gemeinsam ein Album aufnimmt und dabei aneinandergerät? Das Stück „Stereophonic“ führt mitten hinein in die Gemengelage Tonstudio. Thomas Ostermeier es an der Berliner Schaubühne inszeniert. |
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