Weekender
| Der wöchentliche Kultur-Newsletter |
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Lars Hendrik Beger (Kulturredakteur) |
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Liebe Hörerinnen und Hörer,jetzt werden wieder vor Freude die Joysticks gezückt und die Buttons gesmasht! Wer das sofort versteht, weiß: Es ist Gamescom-Zeit! In Köln – einer Stadt, in der Cosplayer ungefähr so auffallen wie Tauben in Berlin – findet in dieser Woche die weltgrößte Gaming-Messe statt, eine Party für Nerds und Zocker, ach was, für uns alle. |
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| © picture alliance / Panama Pictures / Christoph Hardt
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Denn gezockt wird so viel wie vielleicht nie. Das Bild des Zockers hat sich gewandelt, weg vom pubertären Jungen, der vorm Computer hängt und rumballert, hin zu Frauen, Männern, Jungen und Mädchen, die stundenlang vor dem Handy hängen und Candies crushen. Ein neuer Trend dabei: die Cozy Games. Das sind Spiele, die analoge Tätigkeiten wie Holz hacken, einen Buchladen betreiben oder ein Loch buddeln thematisieren – alles ist möglich. Auf der Gamescom treffen Games wie diese auf begeisterte Zocker. Und auf Politik: Finanzminister Lars Klingbeil, Forschungsministerin Dorothee Bär und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geben sich in Köln die Controller in die Hand. Mein Kollege Bene Wenck erklärt sich in unserem Programm die gamepolitische Tuchfühlung damit, dass „Menschen, die viel zocken, politischer sind als der Rest der Bevölkerung“. Starke These! |
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| © picture alliance / AP Photo / Evan Agostini
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Kaum verlässt eine so Große die Bühne, gehen andere hinterher. Der nicht weniger ikonische Schauspieler Tim Curry etwa, der ebenfalls im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Curry war ein sympathischer Exzentriker, der mit seiner Darstellung des Dr. Frank N. Furter in "The Rocky Horror Picture Show" bekannt wurde und später einen absurd attraktiven Teufel oder den Serienmörderclown in Stephen Kings Es spielte. Sein Hang zur Ambivalenz und Grenzüberschreitung verbindet ihn vielleicht sogar ein wenig mit dem ungarischen Schriftsteller Péter Nádas, der auch in dieser Woche, im Alter von 83 Jahren, gestorben ist. |
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| © picture alliance / dpa / Carsten Koall
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Nádas, der auch als Fotograf tätig war, widmete sich in seinen Texten dem menschlichen Wesen als Individuum und Gesellschaft. Mein Kollege Jörg Plath beschreibt ihn als „Erforscher des Menschseins“. Und während wir an Nádas erinnerten, an Dolly Parton, an Tim Curry, erreichte die Welt schon die nächste Todesnachricht: Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ist bereits vor einigen Tagen im Alter von 97 Jahren gestorben. Ihre Kunst der ewigen Punkte, Wiederholungen und endlosen Muster fasziniert in gigantisch erfolgreichen Ausstellungen - und polarisiert auf ganz eigene Weise. Für manche zu kitschig, zu erlebnisorientiert, steht sie für die anderen für eine radikal konsequente Verbindung von Popästhetik, Avantgardismus und Spektakel. Tja, wie soll man nun nach all diesen Nachrichten so eine Woche beenden? Mit einem Besuch in der Karaokebar, bei dem erst „9 to 5“, dann der „Time Warp“ geschmettert wird? Mit einem 1400-Seiten-Roman? Mit einem Besuch einer Kusama-Ausstellung? Oder doch mit einer Dose Monster Energy auf einer 48-Stunden-Lan-Party? Egal, Hauptsache, Sie haben Spaß! GG* und liebe Grüße! P.S. *GG ist kurz für Good Game, eine höfliche Etiquette unter Zockern, ganz egal, ob man gewonnen oder verloren hat. |
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Folgt auf den Rausch der Krisen-Kater? |
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Klimakrise, steigende Kosten, Billigkonkurrenz und sinkender Konsum: Der deutsche Wein steckt in der Krise. Droht der Wandel vom Kultur- zum Luxusgut? Oder handelt es sich nur um eine Marktkorrektur nach langen fetten Jahrzehnten? |
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| © Rowohlt Verlag / Dennis Dirksen
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"Memories of Heidelberg" - ein Paar in der Hölle |
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Die ukrainischen Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Moskau und andere russische Orte hat der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan verteidigt. Er findet es richtig, dass die Menschen in Russland jetzt den Krieg auch in ihrem eigenen Land spüren. |
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| © AFP / Andrew Caballero-Reynolds
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Ausländer in Japan - die Vorurteile nehmen zu |
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Vor zehn Jahren lockerte Japan aus wirtschaftlichen Gründen die Einwanderung. Der Ausländeranteil in der Bevölkerung hat sich seitdem verdoppelt – auf 3,3 Prozent. Rechtspopulisten machen damit erfolgreich Stimmung. Der Wirtschaft könnte das schaden. |
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Sie fühlen sich fremd in der Welt. Wie Außerirdische beobachten sie die anderen Menschen und analysieren deren Verhalten. Gesine Schmidt lässt Menschen mit Autismus ihre eigene Sprache finden. |
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