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Kais Harrabi (Kulturredakteur)
Liebe Hörerinnen und Hörer,

wer hätte gedacht, dass Büro-Deko mal solche hohen Wellen schlagen könnte: der frischgebackene Staatsminister Philipp Amthor lässt sich für sein neues, mausgraues Büro einen Strandkorb liefern – auf eigene Rechnung. Die Szene aus der ZDF-Doku „Inside CDU“ ist allerdings zum Futter für die Empörungsmaschine auf Social-Media geworden. 
© imago / Berlinfoto
Dabei ist das Ganze eigentlich eine „absolute Lappalie“, konstatiert die Politologin Isabelle Borucki. CDU Mitglied Nora Zabel glaubt, dass die Szene für viele ihr Bild der CDU bestätigt hat: „dieses Sparen, dieses Kühle, Stromberg-hafte.“ Für Zabel zeigt die Doku an anderer Stelle aber auch eine gewisse Ohnmacht der Basis: „Dass wir an den Wahlkampfständen stehen und angepöbelt werden und man nicht weiß, was man dazu sagen soll, weil man nicht an den richtigen Hebeln sitzt.“  

Die Strandkorb-Szene ist so skurril, dass man fast meinen könnte, Regisseur Steffen Haug wollte Amthor in die Pfanne hauen. Der weist diesen Vorwurf allerdings von sich: „Ich habe versucht, die CDU so darzustellen, wie sie tatsächlich ist.“ Und unser Serienkritiker Matthias Dell sekundiert: „Für das schlechte Bild der CDU ist schon auch die CDU selbst verantwortlich.“ Für Dell macht die Skandalisierung auf Social Media aber noch etwas anderes deutlich: „Dass diese rechten Hetzschleudern zeigen, wie mächtig sie sind, dass die soweit durchdringen, dass Amthor den Strandkorb wieder abtransportieren lässt.“ Isabelle Borucki hingegen hält den Unmut eher für den Ausdruck einer einfachen Tatsache: „Die CDU ist unglaubwürdig geworden.“
© picture alliance / Venice Film Festival via AP
Glaubwürdigkeit ist auch ein Thema in der Debatte um den israelischen Dokumentarfilm „NAZA“. Zwei Filmemacher haben darin Angehörige der israelischen Armee und Geheimdienste interviewt und zu ihrem militärischen Vorgehen gegen mutmaßliche Hamas-Terroristen befragt. Der Tenor: Zivile Opfer würden billigend in Kauf genommen. Die israelische Regierung läuft Sturm gegen den Film und hat den Regisseuren unter anderem mit Ausbürgerung gedroht. 
 
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Eine Kritik an „NAZA“ lautet, dass sich die Behauptungen darin kaum überprüfen ließen, erzählt Filmredakteurin Susanne Burg. Sie glaubt aber, dass der Film einen Nerv trifft: „Die Debatte ist im vollen Gange und wird auch international noch zunehmen.“

Seit Donnerstag läuft „NAZA“ auch in den deutschen Kinos. Filmkritiker Jörg Taszman hält ihn für sehenswert, allerdings moniert er auch die Einseitigkeit des Films: „Ich frage mich, ob dieser Film nicht nur vorgefestigte Meinungen zementiert.“ 
© picture alliance / dpa / Arne Dedert
Eine Debatte, auf die man sich jetzt schon einrichten kann, kommt am Montag auf uns zu. Dann wird der deutsche Buchpreis vergeben. Für die nominierten endet dann eine emotionale Achterbahnfahrt, wie Tim Staffel und Annet Gröschner erzählen. Beide waren in vergangenen Jahren für den Preis nominiert, haben aber nicht gewonnen. 

Auf die Frage, was für einen Preis er am liebsten hätte, antwortet Tim Staffel übrigens: „Ne Rente“ – mit dem Schreiben allein kommt man nämlich in den seltensten Fällen über die Runden.

Das gilt auch fürs Newsletter-Schreiben. Deswegen mache ich an dieser Stelle Schluss. 

Herzliche Grüße
 
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